Verglasung

Zu den wichtigsten Bestandteilen eines Fensters gehört die Fensterverglasung. Für die Fensterverglasung wird heute zum größten Teil Glas verwendet, welches nach dem Floatglasverfahren hergestellt wird. Bei diesem Verfahren, das seit den 1960er Jahren industriell angewandt wird, erstarrt das Glas auf einem Bett von flüssigem Zinn. Floatglas ist Flachglas und ist mit etwa 95 % das am häufigsten verwendete Glas für die Anwendungsbereiche wie Fensterglas, Autoscheiben und Spiegel.
Welche Fensterverglasung die Richtige ist, hängt von Ihren persönlichen Wünschen und Anforderungen ab. Wärmeschutzverglasung ist energieeffizient, Sicherheitsverglasung schützt vor Eindringlingen, Schallschutzglas schützt vor Lärm und dem damit verbundenen Stress. Bei der Wahl der Verglasung sollte man beachten, wo das Fenster sich befindet. Fenster mit Blick nach Süden sind hoher Sonneneinstrahlung ausgesetzt und sorgen für ungemütliches Klima im Wohnbereich. Eine mögliche Lösung ist Sonnenschutzverglasung, denn durch Absorption und Reflexion gelangt nur ein Teil der Sonnenstrahlen durch das Fenster in den Innenbereich.

Weitere Schutzfunktionen von Fensterverglasungen:

  • Alarmglas ist eine wichtige Komponente zur Einbruchsicherung des Gebäudes. Mittels einer Alarmspinne oder einer Alarmsicherheitsfolie wird Alarm ausgelöst, sobald das Fensterglas zerstört wird.
  • Fenster mit Sichtschutzglas schützten die Privatsphäre vor neugierigen Blicken.
  • Brandschutzglas kann als Fensterverglasung vor Feuer, Rauch und/oder Hitzestrahlung schützen. Welchen Schutz sie bietet, lässt sich anhand von Brandschutzklassen erkennen.
  • Intelligentes Glas bietet den wohltuenden Blick nach außen und verhindert blendendes Sonnenlicht. Im Winter ermöglicht es das passive Heizen durch Sonnenlicht und im Sommer verhindert es das starke Aufheizen der Räume durch die Sonne. Es kann seinen Zustand von transparent zu undurchsichtig und umgekehrt verändern.
  • Vogelschutzglas Vogelschutzglas macht Glasfenster für Vögel als Hindernis erkennbar und beugen der Kollisionen mit Fensterscheiben vor und können den Tod zahlreicher Vögel verhindern.

Wärmeschutz durch Isolierverglasung

Fenster mit Einfachverglasung gehören der Vergangenheit an, denn die technische und rechtliche Entwicklung hat diese Verglasungsart abgelöst. Eisblumen am Fenster sehen zwar gut aus und wecken Kindheitserinnerungen, besitzen aber sehr schlechte U-Werte und entsprechen nicht mehr den heutigen Standards.
In der Gegenwart ist der Standard für Fensterverglasungen mindestens Doppelverglasung. Für Passiv- und Nullenergiehäuser müssen zwingend eine Dreifach- oder sogar Vierfachverglasung verwendet werden. Für die Herstellung einer Isolierverglasung werden mindestens zwei Glasscheiben mit Abstandshaltern aus Aluminium, Kunststoff oder kunststoffbeschichtetem Edelstahl zu einer Verbundglasscheibe verklebt und der Raum zwischen den Scheiben wird mit einem Edelgas befüllt. Die Verbindung von Isolierverglasung und Rahmen wird durch Einlegebänder oder dauerelastische Fugenmasse isoliert und bietet dadurch sehr gute Wärmedämmwerte. Für die Drei- oder Vierfachverglasung eignen sich am besten Abstandshalter mit der sogenannten "Warmen Kante". Die Verwendung von gut isolierendem Rahmenmaterial wie Holz, Kunststoff mit Mehrkammersystemen oder eine Verbindung aus Metall und Kunststoff kann ein U-Wert von 0,8 W/(m²K) erreicht oder unterschritten werden.

Schallschutz durch Schallschutzverglasung

Fenster mit Schallschutzverglasung schützen den Innenbereich vor Lärm von außen. Fenster mit Schallschutzglas sind insbesondere dann zu empfehlen, wenn die Wohn- bzw. Schlafräume direkt an viel befahrenen Straßen, an Bahnlinien oder in der Einflugschneise eines Flughafens liegen. Lärm ist unerwünschter Schall. Eine optimale Schallisolierung wird durch einen asymmetrischen Glasaufbau (dickere Scheibe außen, dünnere Scheibe innen), Befüllung der Scheibenzwischenräume mit Spezialgas und die Verwendung von Verbundsicherheitsglas mit Schallschutzfolien erreicht. Durch die unterschiedlich dicken Scheiben bei Zwei- bzw. Dreifachverglasung besitzen diese auch unterschiedliche Eigenschwingungsfrequenzen. Dies bewirkt, dass die Weitergabe des Schalls zwischen den Scheiben gehemmt wird und so können keine Resonanzen entstehen, die den Schall bei Scheiben mit gleicher dicke sehr gut übertragen.

Sicherheitsglas und Einbruchschutz

Verstärkte Bruchsicherheit oder einbruchhemmende Gläser bieten Lösungen bei denen Einscheibensicherheitsgläser oder Verbundsicherheitsgläser zum Einsatz kommen. Soll Einbruchschutz mit der Fensterverglasung realisiert werden, verwendet man Alarmglas. Durch die Integration einer Alarmspinne oder einer Alarmsicherheitsfolie wird der Alarm ausgelöst, sobald das Fensterglas zerstört wird.
Sicherheitsfenster mit Einscheibensicherheitsglas, kurz ESG genannt, besitzt einige Vorteile. Es hat eine hohe Schlag- und Biegefestigkeit und hält hohen Temperaturschwankungen besser stand. Hohe Temperaturschwankungen können aber auch bei Einscheibensicherheitsglas zum sogenannten Spontanbruch führen, der aufgrund von Nickelsulfid-Einschlüssen entstehen kann. Im Herstellungsprozess werden diese durch kaum vermeidbare Verunreinigungen in der Glasschmelze herbeigeführt. Um hohen Temperaturen besser entgegenzuwirken, gibt es das sogenannte ESG-H. Was bedeutet ESG-H? ESG-H ist ein spezielles Einscheibensicherheitsglas, das den sogenannten "Heat-Soak-Test"- Heißlagerungstest - durchläuft und somit besonderen Sicherheitsvorschriften entspricht. Hierbei wird das ESG nach der Produktion mehrere Stunden bei Temperaturen von etwa 280° C bis 300° C nochmals im Ofen gelagert. Dadurch wird die Gefahr eines möglichen Spontanbruches bei ESG-H reduziert.
Verbundsicherheitsglas (VSG) ist ein Verbundglas, das zusätzliche Sicherheitsanforderungen bezüglich der Splitterbildung erfüllt. VSG besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, die mit einer elastischen, besonders reißfesten Folie miteinander verbunden sind. Die Folie beim Verbundsicherheitsglas besteht meist aus PVB (Polyvinylbutyral), da dieses auf Glas besonders gut haftet. Bei einem Bruch der Scheibe durch Gewalteinwirkung werden die Bruchstücke durch die splitterbindende Wirkung der Folie zusammengehalten. Das Risiko von Schnitt- oder Stichverletzungen bei Zerstörung der Scheiben durch Gewalteinwirkung wird dadurch gemindert, die Verbundscheibe besitzt nach dem Bruch noch eine gewisse Resttragfähigkeit und es entsteht keine Durchgrifföffnung für Einbrecher. Verbundsicherheitsglas wird nach Europäischer Norm EN 356 in die Klassen P1A bis P5A als durchwurfhemmende Verglasung eingestuft oder als durchbruchhemmende Verglasung in die Klassen P6B bis P8B.