Fenster richtig ausmessen

Das Ausmessen eines Fensters ist keine schwierige Aufgabe, wenn man weiß, worauf man achten muss. Wir erklären Ihnen, worauf Sie achten müssen. Mit unserem Aufmaßblatt, dass Sie sich kostenlos herunterladen können und unserer Anleitung wird das Fensterausmessen zum Kinderspiel.

Wie misst man ein Fenster aus?

Damit die Montage neuer Fenster reibungslos funktioniert, muss zunächst das richtige Maß genommen werden. Arbeiten Sie dabei gewissenhaft und kontrollieren Sie die Werte lieber ein zweites Mal. Im Idealfall ist eine zweite Person zur Unterstützung dabei. Die Genauigkeit ist sehr wichtig, weil das Fenster im schlimmsten Fall nicht in die Maueröffnung passt, wenn die Werte nicht stimmen. Und ein maßgefertigtes Fenster lässt sich in der Regel nicht einfach umtauschen.

Aufmaßblatt

 

Was Sie benötigen:

  • einen Stift
  • ein Blatt Papier
  • einen Zollstock oder ein Maßband
  • eine Wasserwaage
  • falls vorhanden: den Bauplan
  • je nach Höhe des Fensters: eine Leiter

 

Machen Sie zunächst eine grobe Skizze des Fensters. Hier können Sie alle gemessenen Werte eintragen. Denken Sie auch daran, den Platz des Fenstergriffes und die Öffnungsrichtung des Fensters zu notieren. Wenn Sie einen Bauplan haben, verlassen Sie sich nicht blind auf die Angaben. Oft wird im Laufe der Baumaßnahmen etwas geändert und schon eine Abweichung von einigen Millimetern kann erhebliche Schwierigkeiten bei der Montage verursachen. Messen Sie alle Werte nach und notieren Sie sich mit Datumsangabe die gemessenen Werte. So haben Sie für Ihr nächstes Bauunternehmen alle Maßangaben beisammen.

1. Die Fensterbreite ausmessen

  • Messen Sie mit dem Metermaß oder mit dem Zollstock die gesamte Breite der Maueröffnung aus. Das machen Sie an mindestens zwei, noch besser an drei Stellen. Sind die Werte unterschiedlich, nehmen Sie den kleinsten Wert für Ihr Fenstermaß. Damit vermeiden Sie, dass das bestellte Element zu breit für die Öffnung ist.

  • Um aus diesem Gesamtmaß das Fensteraufmaß zu erhalten, ziehen Sie von der gemessenen Breite die Einbauluft ab. Dabei handelt es sich um eine Art Sicherheitsabstand. Das Fenster muss kleiner sein als die Öffnung, damit genügend Platz für Dichtungsmittel bleibt und damit das Fenster "atmen" kann. Bei Wärmeeinwirkung dehnt sich das Fenster aus und bei Kälte zieht es sich zusammen. Wenn dafür kein Platz ist, kann sich das Fenster verbiegen.

  • Wie viel Einbauluft Sie vom Gesamtmaß abziehen müssen, hängt von der Größe des Fensters und von der Farbe des Rahmens ab. Die genauen Werte können Sie der Tabelle unten entnehmen.

  • Wenn die Differenz an den zwei Stellen mehr als 10 cm beträgt, empfehlen wir Ihnen eine Blendrahmenverbreiterung.

2. Die Fensterhöhe ausmessen

  • Nun messen Sie an zwei oder drei Stellen die Höhe der Fensteröffnung. Auch hier nehmen Sie den kleineren Wert als Ausgangswert, falls sich die Werte unterscheiden sollten.

  • Ziehen Sie vom Gesamtmaß auf beiden Seiten die nötige Einbauluft ab, um ihr richtiges Fenstermaß zu erhalten.

  • Messen Sie die Höhe sowohl innen als auch außen. Beträgt die Differenz von Laibung zu Laibung an den zwei Stellen mehr als 5 cm, ist eine Blendrahmenverbreiterung empfehlenswert.

  • Ist über dem Fenster ein Rollladenkasten angebracht, ist die Einbauluft nur einmal abzuziehen, da das Fenster und der Rollladenkasten direkt miteinander verbunden werden. Beachten Sie, dass für das Fenstermaß die Maße für den Rollladenkasten vom Gesamtmaß abgezogen werden müssen.

  • Wenn die Fensterbank innen höher liegt als außen, ist ein Anschlussprofil nötig. Dann muss zusätzlich zur Einbauluft noch die Höhe des Anschlussprofils vom Fenstermaß abgezogen werden.

Richtwerte Einbauluft

Fenstergröße Einbauluft

 

weißer Fensterrahmen farbiger Fensterrahmen
bis ca. 1000 mm 10 mm 15 mm
bis ca. 2000 mm 15 mm 20 mm
bis ca. 3000 mm 20 mm 25 mm

Die Angaben gelten pro Seite!

Gut zu wissen: Was ist das lichte Maß bei Fenstern?

Unter dem lichten Maß versteht man das Gesamtmaß der Maueröffnung von Laibung zu Laibung. Um das Fenstermaß zu erhalten, das Sie in den Konfigurator eintragen, müssen Sie vom lichten Maß die Einbauluft abziehen.

Beispiel: Sie messen eine Höhe von 1250 mm und eine Breite von 1220 mm. Dann ziehen Sie auf jeder Seite jeweils die Einbauluft von 10 mm ab. Die Bestellbreite beträgt dann 1230 mm und die Bestellhöhe 1200 mm.

Was muss ich beachten?

  • Weil Mauern nicht zwangsläufig gerade sind (auch bei Neubauten nicht), muss die Höhe und Breite des Fensters immer an mindestens zwei Stellen gemessen werden.
  • Verlassen Sie sich nicht auf veraltete Baupläne. Kontrollieren Sie alle Werte und tragen Sie die korrigierten Werte mit Änderungsdatum im Bauplan ein, damit Sie die Fenster bei der nächsten Bauunternehmung nicht noch einmal ausmessen müssen.
  • Achten Sie auf die Öffnungsrichtung des Fensters. Es können schnell Situationen entstehen, die eine korrekte Funktion des Fensters behindern, wenn es sich nur in eine bestimmte Richtung öffnen lässt.
  • Arbeiten Sie mit Geduld und gewissenhaft. Nur wenn die Werte stimmen, kann die Montage reibungslos erfolgen.
  • In Altbauten kann es vorkommen, dass das Außenmaß größer ist als das Innenmaß. In einem solchen Fall spricht man von einem Außenanschlag. Dann wird das Fenster von außen eingebaut.

 

Aufmaßblatt

 

Hinweis

Unsere Anleitungen, Beschreibungen und Skizzen sind nicht maßstabsgetreu und dienen lediglich als Hilfestellung. Die Angaben sind unverbindlich, deshalb können wir die Richtigkeit und Vollständigkeit nicht garantieren. Für Schäden, die aus der Anwendung unserer Angaben resultieren, haften wir nicht. Die handwerklichen Tätigkeiten hängen von der Einbausituation vor Ort ab. Falls Sie unsicher sind, holen Sie sich fachmännische Unterstützung. Gern können Sie uns unter 036961/735710 kontaktieren. Unser fachkompetentes Team wird Sie gern unterstützen.