Fenster - Sprossen

Fenster mit Sprossen geben einem Gebäude Charme, setzen Akzente und verleihen Individualität. Auch im Zeitalter von modernen Verglasungsarten wie zum Beispiel Isolierglas aus zwei, drei oder noch mehr Scheiben bleibt die Gliederung von Fensterflächen als gestalterisches Mittel wichtig. Ursprünglich stammen Sprossenfenster aus dem Jugendstil, wo sie als aufwändiges Gestaltungselement benutzt wurden, um die Glasflächen einzuteilen. Sprossenfenster findet man daher sehr oft in historischen Gebäuden, da man mit deren Hilfe große Fensterflächen herstellen konnte. In der Gegenwart werden sie als ein architektonisches Gestaltungsmittel für Fenster, Balkon- und Terrassentüren genutzt, denn Sprossen geben jedem Element eine individuelle Note. Sprossen gibt es in vielen Variationen und Farben und werden in verschiedenen Materialausführungen angeboten. So gibt es sie in Holz, Metall, Kunststoff oder einer Kunststoff-/Aluminium-Verbindung. Die Anordnung der Sprossen ist in der Regel horizontal und vertikal und unterteil die Verglasung der Fenster und Türen in Felder. Man unterscheidet zwischen "echten Sprossen“, die tatsächlich das Glasfeld unterteilen und "unechten Sprossen", die auf der Verglasung aufgeklebt bzw. eingebaut werden.

Es gibt drei Arten von Sprossen:

  • Die glasteilende oder echte Sprosse,
  • die aufgeklebte Sprosse und
  • die Scheiben-Zwischenraum-Sprosse.

Arten von Fenstersprossen

  • Die sogenannten echten Fenstersprossen teilen das Glas tatsächlich, so dass das Fenster aus mehreren kleinen Glasscheiben besteht, die in die Sprossen eingesetzt werden. Die Anzahl der Sprossen, kann je nach Fenstergröße frei gewählt werden. Die glasteilenden Sprossen werden sowohl waagerecht als auch senkrecht eingesetzt. Ein besonderer Vorteil von glasteilenden Sprossen ist, dass die einzelnen eingesetzten Gläser mit unterschiedlichen Strukturen und Tönungen versehen werden können. Ein weiterer Vorteil von glasteilenden Sprossen ist, dass einzelne Felder bei Glasbruch separat ausgetauscht werden können. Jede der kleinen Einzelscheiben weist jedoch ringsherum Wärmebrücken am Glasrandverbund auf. Deshalb sind echte Sprossen wärmetechnisch nicht gerade optimal.
  • Die Scheiben-Zwischenraum-Sprosse oder auch kurz SZR-Sprosse genannt, hat ihren Platz, sowie es der Name schon sagt, im Scheibenzwischenraum und gehört zu den unechten Sprossen. Sie besitzen kein Abdeckprofil auf den Außenflächen des Glases. Sie wird im Luftzwischenraum der Verglasung eingebaut und ist in verschiedenen Breiten, Formen und Farben erhältlich. Der innenliegenden Sprossenprofile sind ca. 2-3 mm von den Glasoberflächen entfernt und haben somit keinen direkten Kontakt zu diesen. Bei den SZR-Sprossen wird der Kreuzungspunkt beidseitig einem kleinen transparenter PVC-Puffer versehen, um ein unangenehmes Klappern der Sprossen innerhalb der Verglasung zu verhindern. Ein großer Vorteil von SZR-Sprossen ist die Fensterreinigung, denn es existieren keine störenden Ecken und Kanten.
  • Die Wiener Sprosse, auch unechte Sprosse, Scheinsprosse oder Denkmalsprosse genannt, ist die Bezeichnung für ein zweiteiliges Sprossensystem. Dieses Sprossensystem vermittelt den optischen Eindruck eines konventionell gefertigten Echtsprossenfensters. Das System besteht aus einer inneren und äußeren Attrappe, die auf und in die Verglasung geklebt wird. Der innenliegende Abstandhalter ist ca. 2-3 mm von den Glasoberflächen entfernt und hat keinen direkten Kontakt zu den Glasoberflächen. Der große Vorteil dieser Sprossenart ist, dass sich an den wärmedämmenden Eigenschaften des Fensters, der Balkon- oder Terrassentür nichts ändert, da die Sprossen nur äußerlich aufgebracht werden und so den Uw-Wert des Elementes nicht beeinflussen. Der Reinigungsaufwand gegenüber der eingelegten SZR-Sprosse ist natürlich entsprechend größer.