Sicherheitsverglasung für Fenster und Balkon- und Terrassentüren

Im Gegensatz zu herkömmlichem Flachglas ist Sicherheitsglas nicht bruchanfällig bzw. splittert beim Zerbrechen nicht. Aus diesem Grund wird dieses Glas überall dort eingesetzt, wo erhöhte Widerstandsfähigkeit gefordert ist z. B. bei Brüstungen, Geländer, Durchsturz oder als Einbruchschutz. Für die Wahl des richtigen Sicherheitsglases ist es daher wichtig, in welchem Bereich des Gebäudes das Fenster eingesetzt werden soll. Sicherheitsglas bietet Schutz auf verschiedene Arten.

Verglasung und Sicherheitsbereiche

  1. Passive Sicherheit

    Dies Sicherheitsverglasung beinhaltet vor allem die Vermeidung von gefährlichen Verletzungen durch das Glas selbst. Sollte es zum Glasbruch kommen oder zum Sturz gegen oder sogar durch die Scheibe, sollen Verletzungen durch scharfkantige Scherben verhindert werden.
    Einsatzgebiete: Innenverglasungen, Ganzglastüren oder Duschkabinen.


  2. Aktive Sicherheit

    In diesem Sicherheitsbereich soll die Verglasung das Eindringen von außen verhindern. Die Anforderungen gehen von der Durchwurf- / Durchbruch- / Durchschusssicherheit bis hin in den Bereich der Sprenghemmung.
    Einsatzgebiete: Einbruchhemmung, Personenschutz und Brandschutz.


  3. Konstruktive Sicherheit

    Der Baustoff Glas wird nicht nur für die Fensterfertigung verwendet, sondern kommt als Gestaltungselement in vielen Bereichen wie z. Bsp. bei Glasdecken, Brüstungen oder Glasbausteinen zum Einsatz. Glas muss auch bei Bruch über eine gewisse Reststabilität, Absturzsicherheit und Resttragfähigkeit verfügen.
    Einsatzgebiete: Glastreppen, Überkopfverglasung, gläserne Brüstungen, begehbares Glas.

Einscheibensicherheitsglas - ESG

Einscheibensicherheitsglas, auch kurz ESG genannt, ist ein thermisch vorgespanntes Glas (Floatglas), welches auf 600 Grad Celsius erhitzt und schnell wieder abgekühlt wird und zuverlässig vor Verletzungen schützt. Die Folge: Die Oberfläche wird schnell hart und der Kern kühlt langsamer ab - innen entsteht Druck und außen Spannung. Durch dieses Herstellungsverfahren wird die Verglasung optimiert und die Schlag- und Stoßfestigkeit sowie die Resistenz gegenüber Temperaturschwankungen wird erhöht.

Im Schadensfall zerfällt die Scheibe in einzelne Scherben von geringer Größe ohne scharfe Kanten und das Verletzungsrisiko wird erheblich gesenkt. ESG ist nicht nur im Fensterbau weit verbreitet, sondern auch in der Autoindustrie kommt dieses Sicherheitsglas zum Einsatz. In der Fensterindustrie ist Einscheibensicherheitsglas bei der Herstellung von Sicherheits- sowie Sonnenschutzverglasungen unerlässlich.

Verbundsicherheitsglas - VSG

Verbundsicherheitsglas - VSG

Verbundsicherheitsglas, kurz VSG genannt, erfüllt mehrere Eigenschaften, welche einbruchhemmend wirken und zugleich die Verletzungsgefahr minimieren. Es besteht aus mindestens zwei Scheiben, die mit einer hochelastischen reißfesten Folie unter Druck und Hitze miteinander verbunden werden. Beim Glasbruch bleiben die Scherben an dieser Folie haften, wodurch zum Einen das Verletzungsrisiko gesenkt wird und zum Anderen der Zutritt in das Haus versperrt wird, da die Folie als Hindernis wirkt. Die Resttragfähigkeit ist dank der reißfesten Folie deutlich höher als bei einer normalen Verglasung. Eine Alternative für die Verglasung ist Gießharz. Harz besitzt zusätzlich gute Schallschutzeigenschaften. Als Basisverglasung für VSG dient Floatglas, Gussglas oder auch vorgespanntes Glas wie z.B. Einscheibensicherheitsglas, das die Verglasung noch sicher macht. Es ist zu beachten, dass bei Balkonbrüstungen und bodentiefen Fenstern der Einsatz von Verbundsicherheitsglas vorgeschrieben ist.

Verbundsicherheitsglas - VSG

Klassen Verbundsicherheitsglases

Durchwurfhemmende Durchbruchhemmende Beschusshemmende Sprengwirkungshemmende Absturzsichernde
Durchwurfhemmendes Glas wird hauptsächlich verwendet, um ein Eindringen zu verhindern. Wie Verbundsicherheitsglas besteht die schlagfeste Glasscheibe aus mehreren Floatglasscheiben, die durch eine elastische Folie (PVB-Folie) fest miteinander verbunden sind. Es besteht nicht nur aus zwei Floatglasstücken, sondern auch aus drei oder mehr Stücken. Zwischen jeder Glasschicht wird eine Schicht Folie eingelegt. Durchbruchhemmende Verglasungen werden meist im öffentlichen Bereich, wie in Schulen und Turnhallen eingesetzt. Das Glas wird nach der Norm 356 mit einer eingespannten Axt geprüft, die millimetergenau und mit definierter Kraft auf das Glas schlägt. Wie der Name schon sagt, sollen beschusshemmende Verglasungen vor Beschuss schützen. Die Verglasung muss verschiedenen Geschossarten standhalten, um eine gewisse Klasse zureichen. Die Widerstandsklasse erfolgt durch Beschuss einer Scheibe. Die Scheibe, mit einer Größe von 50 x 50 cm wird 3 Mal beschossen. Die Einschüsse müssen in einem definierten Feld im Zentrum des Glases liegen. Sprengwirkungshemmendes Glas soll der Druckstoßwelle von Sprengstoffen standhalten. Daher werden diese Gläser durch Druckstoß getestet. Eine 110 x 90 cm große Scheibe wird für 20 Millisekunden unterschiedlichen Hochspannungsspitzen ausgesetzt. Dies simuliert eine Explosion von 100-2500 kg TNT in einer Entfernung von 30-50 Metern. Der Einsatz von absturzsichernder Verglasung kommt meist bei Fenstern, Geländern und Brüstungsverglasung zum Einsatz. Die Unterscheidung findet in verschiedenen Kategorien statt, wie zum Beispiel linienförmig gelagerter Scheiben. Absturzsichernde Verglasung wird meist dann eingesetzt, wenn die Landesbauordnung die vorgeschriebene Absturzhöhe unterschreitet, wie zum Beispiel bei niedrigen Fensterbrüstungen. Die Gläser werden mittels eines Pendeltests getestet. Hierdurch wird die Anpralllast durch einen Menschen simuliert.