Schallschutzverglasung

Die Schwachstelle beim Schallschutz eines Gebäudes ist oft die Verglasung. Ein Großteil der Schallemissionen dringt in das Gebäude durch die Verglasung. Wohnt man an einer stark befahrenen Straße, an Bahnlinien oder in der Einflugschneise eines Flughafens, dann ist das ein Grund über eine Schallschutzverglasung nachzudenken und diese in Erwägung zu ziehen. Eine Schallschutzverglasung schützt vor Lärm von außen und dem diesbezüglichen Stress und wertet den Wohnkomfort auf. Fenster mit einer normalen Verglasung haben einen Schalldämmwert von 29 dB. Ein Schallschutzfenster hingegen weist Werte von über 40 dB auf.

 

Aufbau der Schallschutzverglasung

Schallschutzverglasung

Basis für die Schallschutzverglasung sind Verbundglasscheiben mit einer Mittelschicht aus Kunstharz oder einer eingeklebten Sicherheitsfolie. Gegenüber Einfachverglasung ist diese Verglasung flexibler und besitzt mehr Schallschutz. Zur Erhöhung des Schallschutzes stehen folgende Maßnahmen für die Schallschutzverglasung zur Verfügung:

  • Vergrößerung des Scheibenabstandes - Je größer dieser ist, desto mehr werden die Schallemissionen gemindert.
  • Erhöhung der Dichte der Verglasung - Je dichter die Verglasung, desto höher ist der Schallschutz.
  • Verwendung von asymmetrischen Scheiben: Durch unterschiedliche dicke Scheiben wird die Eigenschwingung der einzelnen Scheiben in unterschiedlichen Frequenzbereichen bewirkt und die Weitergabe der Schwingungen von einer zur anderen Scheibe wird dadurch erschwert.
  • Verwendung eines Rahmens mit Mehrkammersystemen – Der Rahmen muss aus mehreren Einzelkammern bestehen, da sonst die Maßnahmen der Verglasung zwecklos sind.

 

Schallschutzklassen

Die Schallschutzverglasung wird laut VDI-Norm 2719 in sechs Schallschutzklassen unterteilt.

Wohnstraße > 35m entfernt 10-50 PKW/h SK 1
26 - 35 m entfernt 10-50 PKW/h SK 2
50-200 PKW/h SK 3
Hauptstraße 100 - 300m entfernt 1.000-3.000 PKW/h SK 4
36 - 100m entfernt 1.000-3.000 PKW/h SK 5
Schnellstraße < 100m entfernt 3.000-5.000 PKW/h SK 6

 

Lärmbelastung

Die VDI-Norm 2719 legt fest, wie hoch der Lärmpegel in bestimmten Räumen sein soll und auch nicht überschritten werden darf. Für den Lärmpegel wurden Mittelwerte für die unterschiedlichen Räumen festgelegt:

Raumart Lärmpegel, Mittelwert in Dezibel (dB)
Schlafräume nachts in Wohngebieten, Krankenhaus- und Kurgebieten 25-30 dB
in sonstigen Gebieten 30-35 dB
Wohnräume tagsüber in Wohngebieten, Krankenhaus- und Kurgebieten 30-35 dB
in sonstigen Gebieten 35-40 dB
Arbeitsräume tagsüber Unterrichtsräume, Vortragsräume, Arztpraxen, Einzelbüros, Kirchen, Bibliotheken 30-40 dB
Büros für mehrere Personen 35-45 dB
Großraumbüros, Läden, Gaststätten, Schalterräume 40-50 dB